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6ha / Wasserbüffel

Mit eher gemischten Gefühlen stand ich der geplanten Ansiedlung von Wasserbüffeln in der Feuchtsenke gegenüber. Heute sind die 8 Rinder nun einen guten Monat im Gelände und alle Befürchtungen, sie würden die Vögel vertreiben, bestätigten sich bisher nicht. Gestern morgen gelang es sogar Büffel und Kraniche auf einem Bild festzuhalten.

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Bei den Kormoranen / Anklamer Stadtbruch

Vor einigen Jahren noch gab es im Anklamer Stadtbruch eine riesige Kormorankolonie. Doch mit der Zeit stürzten die alten ertrunkenen Baumgerippe um und somit verschwanden allmählich die Nestbaüme. Heute ist von der ehemaligen Kolonie fast nichts mehr zu sehen, die Kormorane jedoch besuchen weiterhin den Bruch.

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Briefe aus der Provinz, Willkommen im Hinterland / 02/2019

Seit 2018 schreibe ich für das Magazin Forum Naturfotografie der Gesellschaft für Naturfotografie, kurz GDT eine Kolumne mit dem Titel Briefe aus der Provinz. Versetzt mit einer Zeitspanne von 1 Jahr veröffentliche ich hier nacheinander die „alten“ Briefe. Meist geht es um Bücher, aber eben nicht immer. Falls Euch ein beschriebenes Buch interessiert und Ihr es erwerben wollt, bestellt es bei Eurem lokalen Buchhändler. Dieser liefert es Euch sicherlich, genauso schnell und zumeist versandkostenfrei wie die „Riesen“.

Willkommen im Hinterland!

Was ist Provinz? Laut Duden eine Gegend, in der (mit großstädtischem Maßstab gemessen) in kultureller, gesellschaftlicher Hinsicht im Allgemeinen wenig geboten wird oder anders ausgedrückt – Hinterland. Als dieses kann man wohl ohne gesteinigt zu werden den Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns bezeichnen. Als ich vor Jahren einmal mit einem Fotokollegen aus den westlichen Bundesländern im Anklamer Stadtbruch unterwegs war, fiel es ihm schwer zu sagen, ob er faszinierter von der Natur war oder von der dort herrschenden Menschenleere. Niemand, der fragt, was es zu sehen gibt, was man fotografiert, was man für eine Blendeneinstellung benutzt, oder der einen darauf hinweist, dass man die Sonnenblende nicht aufgesetzt hat. So weit, so traumhaft! Der Bruch war mehr oder weniger ein Geheimtipp, den man sich nur mit ein paar Ornis teilte, und diese Damen und Herren wissen meist, was sie tun. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass dieses Gebiet in dem schon 2009 im Kosmos-Verlag erschienenen Buch Vögel beobachten in Ostdeutschland von Wagner & Moning detailliert beschrieben wurde, inklusive Wegeplan und Artenliste. Auch ein ausführlicher Bericht 2015 im Fotoforum, ein Kapitel im Buch Abenteuer Naturfotografie und eine Fotoausstellung der GDT-Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern im Bugewitzer NaturKulturHaus im Frühjahr 2018 lösten keinen Besucherandrang aus. So blieb die Gegend eher etwas für Liebhaber und Insider. Selbst die 12 Seeadler-Brutpaare auf dem insgesamt 15 Hektar großen Areal veranlassten nur relativ wenige Menschen zu einer Reise in den äußersten Osten unseres Landes.
Doch dann kam der Sommer 2018 und alles sollte anders werden. Durch die anhaltende Trockenheit fiel das Wasser im Rosenhagener Polder zusehends. Während im Juni die Wasserfläche noch geschlossen war, veränderte sich ab Juli die Lage. Das Wasser ging zurück, kleine Inseln traten hervor, und nach und nach wurde der Anteil der Land- bzw. Schlammbereiche im Polder größer. In den Restpfützen sammelten sich die Fische und boten eine leichte Beute für alle Fischliebhaber. Die Berichterstattung in den Medien beginnt am 10.07. mit einer Meldung bei Facebook, dass am Rosenhagener Polder 40 Seeadler zu sehen seien. Im Nachhinein betrachtet eigentlich noch keine große Sache bei 12 Brutpaaren, also 24 Alttieren und deren Nachwuchs. Am 16.07. erscheint dann ein Filmchen auf Facebook, welches zwei Adler an einem vormals von Wasser überfluten Bereich sitzend und rufend zeigt. Da es meinerseits auf einen Besuch mehr oder weniger im Bruch nicht mehr ankommt, fahre ich mit einem Freund für drei Tage dorthin. Der Wasserstand fällt weiter, und die Adler stellen sich zum großen Fressen ein. Wir zählen 51 Adler von einer Stelle aus. Wir sind euphorisiert und fassungslos. Bei Sonnenaufgang beobachten wir dann neun Adler direkt vor uns, welche sich in keinster Weise von uns beeindrucken lassen. Wir fotografieren wie die Wilden und können unser Glück kaum fassen. Und weiterhin Ruhe bis auf das Rufen der Vögel, keine Menschenseele … Die Sonne brennt unbarmherzig weiter, von Regenwolken keine Spur. Das Wasser wird weniger, die Anzahl der Adler steigt proportional. Was nun folgt, kommt Schlag auf Schlag. Weitere fast tägliche Facebook-Einträge bewerben förmlich die Szenerie. Am 07.08. zeigt der NDR im Nordmagazin einen Beitrag über die Adler und berichtet nun schon von 60 Adlern. Am 07.08. erscheint ein Video des Adlerfestes auf YouTube und einen Tag später wartet der Nordkurier (Tageszeitung) mit der Schlagzeile Rund 100 Seeadler tummeln sich vor Usedom auf. Und ab da gibt es kein Halten mehr. Ich bin am 09.08. wieder vor Ort. Aus dem beschaulichen Plätzchen ist ein Besuchermagnet geworden. Menschen zu Fuß, mit dem Fahrrad, Einzelpersonen und Familien, Autos am Wegesrand. Der knapp 300 Meter entfernte Parkplatz zum Teil unbenutzt. Die Leute steigen auf ihre Autos und Wohnmobile, um über die Schilfkante zu sehen. Jubel, Trubel, Heiterkeit – fehlt eigentlich nur noch der Bratwurststand und der Bierwagen. Die Adler nehmen es scheinbar gelassen, das große Fressen geht weiter. Nur die Einheimischen werden zunehmend gereizter. Am 10.08. wird erstmals ein Aufruf veröffentlicht, der alle Fotografen und Adlergucker auf ein paar Verhaltensregeln hinweist. So wird angemahnt, es sollte aber für alle Naturfreundinnen und im besonderen Fotografinnen gelten, sich so unauffällig wie möglich im Gebiet zu bewegen. Zum Glück befinden wir uns in einem Moorgebiet, nicht auszudenken, was passieren würde, wenn das Gelände betretbar wäre! So sind Beobachtungen nur von der Straße aus möglich, was das Gebiet und die Tiere wahrscheinlich deutlich besser schützt, als jeder Aufruf und jede Verhaltensregel. Die Hitze geht weiter, der Wasserstand fällt, die Zahl der Adler und Besucher steigt. Am 17.08. werden 200 Adler gezählt. Sie sitzen in den Bäumen wie Stare, am Schilfgürtel aufgereiht oder einfach im Schlamm – unglaublich. Am 16.08. berichtet wetter.com über die Ansammlung der Adler, am 27.08. erscheint auf YouTube ein weiterer Film, welcher das Naturschauspiel zeigt, und kurz darauf wird er auf der NABU-Seite verlinkt. Ende August wird der Fischbestand in den Ansammlungen von Restwasser, sofern diese überhaupt noch vorhanden sind, deutlich geringer und die Adler weniger. Im September liegt der Polder endgültig trocken, und die Adler haben wieder Normalpegel erreicht. Der Besucherstrom verringert sich, aber allein ist man nur noch selten. Der eine oder andere Pfiffikus denkt sich „Wenn die Adler nicht mehr zu mir kommen, gehe ich zu ihnen“. Bei einer solchen Aktion findet ein Naturfreund am 01.10. die Überreste eines menschlichen Skeletts an einer Stelle, die seit zehn Jahren nicht mehr betretbar war. Als ich dies lese, wünsche ich mir noch sehnlicher Regen, damit die Fläche wieder unpassierbar wird.
Mittlerweile hat der Stadtbruch seinen Status als Geheimtipp wohl gänzlich verloren. Der NABU startete einen Spendenaufruf, um das Gebiet zu erwerben, was 2019 auch gelang, und bringt in seinem Mitgliedermagazin Naturschutz Heute/ Winter 2019 einen diesbezüglichen Bericht. Die GDT veröffentlicht einen Spendenaufruf, der erste Workshop ist durchgeführt worden, Christoph Hauschilds Dokumentation Das Oderdelta, welche insbesondere tolle Aufnahmen von der „Adlerinvasion“ zeigt, lief auf arte, und ich sitze hier und schreibe einen Brief aus der Provinz. Ja, die Einsamkeit und (eingebildete) Exklusivität des Gebietes sind vielleicht ein wenig geringer geworden, aber was soll`s? Denke ich an den viel zitierten Satz Wir können nur schützen, was wir auch kennen von Heinz Sielmann, dann werden sich zukünftig wohl einige Leute mehr für den Erhalt und Schutz des Bruchs einsetzen, als noch vor einem Jahr. Und das ist doch auch nicht zu unterschätzen. Wenn alle Besucher dann noch ihren gesunden Menschenverstand benutzen, umso besser. Als ich aber am Silvestermorgen 2018, Minuten nach Sonnenaufgang, auf dem alten Bahndamm nach Kamp einem Jogger begegne, will ich einfach nur das Hinterland zurück.

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Biberland / Anklamer Stadtbruch

Wenn die Nacht schwindet, kehren die Biber heim in ihre Burgen. Dies ist einer der wenigen Momente die Tiere zu sehen – sofern der Wind günstig steht, man sich nicht bewegt und absolut leise ist. Ach ja, die Portion Glück gehört natürlich auch dazu.

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6ha / Neue Gäste

In den letzten Tagen sind die ersten Trauerseeschwalben angekommen. Wie man auf den Bildern sieht, erfreuen sich die künstlichen Nistinseln nicht nur bei dieser Gattung an Beliebtheit. Aber vielleicht rücken die Lachmöwen ja auch in diesem Jahr wieder einige raus. Ansonsten müsste der Wasserstand und Vegetation auch für natürliche Nester reichen.

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Big Five im Bruch

Im Bruch kündigt sich Frühling mit ganzen Macht an. Überall fließt, gluckst und plätschert das Wasser. Die Wege sind überschwemmt und riegeln so den Kern des Bruchs ab, als wollen sie die Ruhe gewährleisten. Das Hochmoor saugt sich voll und scheint die Nässe gierig aufzunehmen in Vorahnung des kommenden Sommers. Es kommt mir vor, als wären die Tiere nach einem Jahr Nichtbejagung deutlich kooperativer und weniger schreckhaft und ich fühle mich immer öfter als Eindringling in eine andere Welt. Ach ja, zu Schluss noch die Big Five: Rothirsch, Wildschwein, Biber, Adler und Kranich. Wer es fellig mag, tausche Kranich und Adler gegen Fuchs und Reh. Jeder soll glücklich sein. Es ist immerhin Frühling!

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Biebrza 2020 / Teil II – Elche

Der Plan war es eigentlich im Biebrza Nationalpark Fischotter on ice zu fotografieren. Normalerweise gelingt dies dort im Winter sehr gut. Schnee und Eis konzentrieren die Tiere auf wenige eisfreie Stellen von Biebrza und Narew und Fotografen haben leichtes Spiel. Naja, Otter und leichtes Spiel ist schon mal ein Widerspruch in sich und dann war da noch das Wetter…

Kaum aus Polen zurück, vermeldeten die Nachrichten, dass der Januar 2020 der wärmste Januar seit Wetteraufzeichnung war. Im Biebrza Nationalpark waren um die 5° C und zumeist graues Schmuddelwetter. Kein Eis, kein Schnee! Schlimmer noch war, dass auch das Wasser fehlte. Im Frühjahr 2017 waren die Wiesen und Auwälder entlang der Biebrza letzmalig großflächig überschwemmt. Diesmal war alles grün und der Fluß schlengelte sich weit unter Normal-Januar-Pegel durch die Landschaft. Der meist brauchteste Satz unserer polnischen Begleiter war dementsprechend „W przeciwnym razie jest co najmniej 1 metr więcej wody. Katastrofa!“ / „Hier ist sonst mindestens 1 Meter mehr Wasser. Katastrophe!“ – bereichert von landestypischen Flüchen, über die ich hier mal den Mantel des Schweigens hülle. Ich möchte mir garnicht ausmalen, was weitere Jahre ohne Frühjahrshochwasser für dieses Gebiet, welches zu einem der größten Sumpfgebiete Europas gehört, bedeuten könnten. Ehe ich in diesem Teil über die geplante Schnellstraße, den um sich greifenden Holzeinschlag und andere Ärgernisse noch ganz ins Schwarzmalen verfalle, wende ich mich schöneren Dingen zu – den Elchen.

Wenn ich diese Tiere sehe, fällt mir als erstes Caesars Beschreibung der Tiere in seiner Abhandlung „de bello gallico“ ein: „Daneben gibt es Tiere, die Elche genannt werden. Sie sehen ähnlich aus wie Ziegen und haben auch ein buntes Fell. Sie sind jedoch etwas größer als Ziegen, haben stumpfe Hörner und Beine ohne Gelenkknöchel. Sie legen sich zur Ruhe nicht nieder und können nicht wieder auf die Beine kommen oder sich wenigstens vom Boden erheben, wenn sie zufällig zu Fall kommen und stürzen. Sie benutzen daher Bäume als Ruhestätten; daran lehnen sie sich und können so, etwas zur Seite geneigt, ausruhen. Wenn Jäger aus ihren Spuren herausfinden, wohin sie sich gewöhnlich zur Ruhe zurückziehen, untergraben sie von den Wurzeln her alle Bäume an dieser Stelle oder schneiden sie nur so weit an, daß der Eindruck erhalten bleibt, als stünden die Bäume fest. Wenn sich die Tiere nach ihrer Gewohnheit daran lehnen, bringen sie mit ihrem Gewicht die ihres Halts beraubten Bäume zu Fall und stürzen zusammen mit ihnen um.“ Gesehen hat er Elche wohl nie mit eigenen Augen. Trotz ihrer Größe und ihres Gewichtes bewegen sich Elche scheinbar leichtfüßig und geräuschlos durch den Wald, dass es eine Freude ist ihnen zuzusehen.

Das Eröffnungsbild zeigt eine Elchkuh mit GPS-Sender. Sie gehört zu insgesamt 70 Elchen (35 männliche + 35 weibliche), welche seit 2002 unter Aufsicht der Universität Warschau im Biebrza Nationalpark und an der weißrussischen Grenze besendert wurden. Bei der Auswertung der empfangenen Daten, stellte man unter anderem fest, wo Elche besonders häufig Straßen passieren und stattete diese Wechsel mit blauen Reflektoren, sogenannten Wolfsaugen aus, um die Zahl der Verkehrsopfer zu reduzieren. Man beobachtete weiterhin, wie viele Elche Wilderen zum Opfer fielen und wie viele im Durchschnitt in schneereichen Wintern verenden – immerhin 30%. Interessant war auch, daß die Meßungen ergaben das Elchkühe nicht kontinuierlich jedes Jahr Kälber gebären, sondern auch mal pausieren. Bestätigt wurde außerdem, dass die Biebrza-Elche standorttreu sind und sich vorrangig im Sumpfgebiet aufhalten. Dort überlebte die Population sogar den 2. Weltkrieg. Da die Sender eigentlich nach 10 Jahren abfallen sollten, ist dies entweder einer der letzten besenderten Elche oder die Sollbruchstelle des Sendehalsbands funktioniert nicht.

Abschließend läßt sich sagen, ohne kooperative Elche wäre die fotografische Ausbeute der Reise ziemlich dürftig geworden. Elche haben was gut bei mir.

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Biebrza 2020 / Teil I

Anfang des Jahres war ich im Biebrza Nationalpark im Nordosten von Polen. Ziel war es Fischotter auf Eis und im Schnee zu fotografieren, denn eigentlich ist die Gegend von November bis März in Schnee gehüllt und die Temperaturen sind weit unter dem Gefrierpunkt. Doch in diesem Jahr war alles anders! Plusgrade und keine Schneeflocke weit und breit. In den nächsten Tagen werde ich an dieser Stelle über die Reise berichten und weitere Fotos zeigen.

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Sommer bei 15° C

Wir waren eingestellt auf Sonne, Hitze und Mücken und bekamen Wolken, Kälte und Wind. Unabhängig davon zeigte sich der Bruch jedoch von seiner vielseitigen Seite, was jedoch nicht bedeutet, dass er verschwenderisch mit seinen Motiven umging. Geschenkt bekam man diesmal nichts. Schön wars trotzdem!

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Von Trauerseeschwalben und Tauchern

Das erste Mal versuchen in diesem Jahr Haubentaucher in der Feuchtsenke zu brüten, was jedoch auf wenig Gegenliebe bei den Rothalstauchern stößt. Angekommen sind auch die Trauerseeschwalben, die mich immer mit ihren gaukelnden Flugmanövern begeistern.