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Im Bruch / 2 Stunden Ruhe

Manchmal reicht es den Adlern beim Fliegen zuzusehen und sich von der Sonne bescheinen zu lassen. Ich glaube dem Reiher ging es ebenso.

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ich war nicht bereit

Was soll ich sagen? Mein Ziel war es auf dem verschneiten Bahndamm im Bruch etwas Felliges zu fotografieren. Aber ich war nicht bereit. Den Fuchs zu spät gesehen, demzufolge zu spät ausgelöst und dann noch zwei Fotografen am anderen Ende des Weges mit auf dem Bild. Manchmal ist die Welt nicht gerecht, aber im nächsten Jahr…

Dafür noch 3 analoge Aufnahmen von diesem Ausflug. Macht immer wieder Spaß!

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Winterrückblick

Wir hatten Winter, richtig mit Eis und Schnee. Die Seen waren zugefroren, die Landschaft 14 Tage in weiß gehüllt. Und wenn ich nicht arbeiten mußte, Eishockey spielte oder umher wanderte , war ich draußen und fotografierte.

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Nur Gesträuch und Schilf

Zu Jahreswechsel ging es wie immer in den Bruch. Auch wenn auf den Fotos diesmal kein Tier zu sehen ist, waren diese natürlich da. Es scheint, als gestalten Wildschweine und Schilf die Wege im Bruch langsam, aber beharrlich um. Back to the nature…

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4 Tage ein Hauch von Winter

Mitte Januar hatten wir für 4 Tage einen Hauch von Winter in Mecklenburg-Vorpommern. Da immer noch viele Kraniche hier sind, kam es zum selten zusammentreffen von Kranichen und Schnee.Mal sehen was das Jahr noch bringt – meinetwegen Schnee und Eis!

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FlitterFlatterRaben

Vor noch ca. 80 Jahren im norddeutschen Tiefland fast ausgerottet, sind sie diese schönen Vögel heute wieder zahlreich in MV anzutreffen.

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Briefe aus der Provinz „Eine Perlenspur aus Luftblasen“ / 04/2019

Seit 2018 schreibe ich für das Magazin Forum Naturfotografie der Gesellschaft für Naturfotografie, kurz GDT eine Kolumne mit dem Titel Briefe aus der Provinz. Versetzt mit einer Zeitspanne von 1 Jahr veröffentliche ich hier nacheinander die „alten“ Briefe. Meist geht es um Bücher, aber eben nicht immer. Falls Euch ein beschriebenes Buch interessiert und Ihr es erwerben wollt, bestellt es bei Eurem lokalen Buchhändler. Dieser liefert es Euch sicherlich, genauso schnell und zumeist versandkostenfrei wie die „Riesen“.

Das Forum Naturfotografie gibt es für Mitglieder der GDT kostenlos, alle anderen können die Zeitschrift direkt beim Tecklenburg Verlag erwerben.

Hat jemand schon einmal versucht, freilebende Fischotter zu fotografieren? Mir kam diese glorreiche Idee im Herbst 2017. Warum? Was weiß ich, du wachst aus dem Mittagsschläfchen auf und peng manifestiert sich der Gedanke: Fotografiere ich im nächsten Jahr doch mal Fischotter. Wahrscheinlich habe ich aber als Kind nur zu oft den Film Tarka der Otter gesehen. Jener Film basiert auf einer 1927 erschienenen Novelle von Henry Williamson und trägt den Untertitel Sein lustiges Leben im Wasser und sein Tod im Lande der Zwei Flüsse. Williamson beschreibt das Leben des Otterrüden Tarka in der Landschaft von North Devon, England. Er selbst
verfasst im Nachwort, „Nur die Landschaft von Devon war wichtig: mit ihren Flüssen, Bäumen, Tieren und Menschen sollte sie in meinem Buch ein wirklichkeitsgetreues Abbild finden.“. Er nimmt den Leser mit in die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts, als Otter noch mit Jagdgesellschaften und großen Hundemeuten gejagt
wurden. Es gelingt ihm, mit großer Liebe zum Detail und grandios schönen Naturschilderungen dem Otter und der Landschaft ein literarisches Denkmal zu setzen. Noch heute kann man einem Tarka-Trail folgen und das Land der zwei Flüsse erkunden.

Quasi mit Tarka als Patron, vereinzelten Otterbegegnungen und einer Menge Nichtwissen war ich frohen Mutes und voller Tatendrang in Bezug auf mein Vorhaben. Das Projekt „Fischotter 2018“ hörte sich erstmal, wie ich fand, ziemlich cool an. Jedoch fragte ich mich im Laufe des Jahres immer ernsthafter, was für eine Schnapsidee ich da hatte? Die Wassermarder sind alles, nur nicht wirklich kooperativ.
Das Resultat der ersten zwölf Monate: Ich lernte anhand ihrer Spuren, wo es Otter gab und wo sie entlangstreiften. Ich lief in meiner freien Zeit Gräben ab, fand Otterwechsel, freute mich über jeden Haufen Otterscheiße und verbrachte Stunden in unbequemen Verstecken. Aber zu Gesicht bekam ich maximal Biber, Waschbären oder Bisamratten. Otter sah ich extrem selten, geschweige denn gelang es mir, Fotos zu machen.
Ich habe aber auch festgestellt, dass man bei Minusgraden nach spätestens drei Stunden im Tarnversteck kalte Füße bekommt, egal wie viele Socken man anhat, und dass frische Otterspuren kein Garant für Otterbilder sind. Es ist eher so wie Robert Macfarlane in seinem bei Naturkunden erschienenen Buch Die verlorenen Wörter im Gedicht Otter schreibt:
Tauchend wandelt er Gestalt, schier
atemberaubend – doch siehst du nur ein
Schattenflackern, einen Strudelstrang
und niemals (beinahe niemals) wirklich Otter
.“
Wie treffend! Bis auf wenige Sichtungen, die mir zeigten, dass ich mich nicht im otterfreien Raum bewegte: nichts. Da waren beispielsweise im Frühjahr ausgelutschte blaue Moorfroschhäute am Gewässerrand schwimmend oder im Winter deutliche Trittsiegel auf schneebedecktem Eis. Nur kein wahrhaftiger Otter! War ich da, waren die Objekte meiner Begierde schon weg. Einmal begegnete ich in einem Otterrevier einem wildfremden Wanderer, der mir prompt und voller Freude erzählte, er habe „vor 20 Minuten da hinten irgendwo“ drei Otter über das Eis laufen und im Schnee tobend gesehen. Ob ich mir vorstellen könne, wie schön das gewesen sei? Unfähig zu sprechen, konnte ich nur noch schluchzen, nicken und mich von dannen trollen.
Bekam ich jedoch mal einen Wassermarder zu Gesicht, wurde ich sofort in seinen Bann gezogen. Es gibt wohl wenig Faszinierenderes als einen Otter im Wasser. Zum Jahresende fand ich in Jan Wagners Gedichtsammlung Regentonnenvariationen die perfekte Beschreibung eines Otters, die mich ins neue Jahr
trug.
… ist im wasser
beweglicher als wasser, steigt als welle
an irgendeinem ufer an land
,“
Im Januar dieses Jahres hatten wir ein paar Tage Schnee, und ich machte mich auf die Jagd nach einem Bild vom Otter inmitten weißer Pracht. Da die Winter in Mecklenburg-Vorpommern heutzutage meist nur episodischen Charakter haben, blieb wenig Zeit sich für ein Wo und Wann zu entscheiden. Also alles auf eine Karte gesetzt, bevor sich der Schnee in Matsch verwandelt. Doch ich bin irgendwie immer zur falschen Zeit am falschen Ort. Mehr als Spuren im Schnee bekam ich nicht zu Gesicht. Im April dann ein Showdown im
Anklamer Stadtbruch: Ich stehe auf dem alten ahndamm, ein Otter passiert diesen, er schaut mich an, ich starre ihn an, wir beide sind für den Bruchteil einer Sekunde wie versteinert, und ehe ich die Kamera auf ihn gerichtet habe, ist er auch schon wieder im Wasser. So kann es nicht weitergehen! Etwa zum Zeitpunkt der oben beschriebenen Begegnung bekomme ich das 2018 erschienene Buch Der Fischotter. Ein heimlicher Jäger kehrt zurück aus dem Haupt-Verlag in die Hände. Auf 256 Seiten präsentieren die Autoren Irene Weinberger und Hansjakob Baumgartner den aktuellen Erkenntnisstand zum Thema Fischotter. Herkunft, Verwandtschaft, Sozial- und Revierverhalten, Futtersuche, Markierungen, Aufzucht, Lebensräume,
Ausbreitung sowie das Verhältnis Otter-Mensch bzw. Otter-Teichwirt – es gibt kaum ein Thema, welches die Autoren nicht behandeln und mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen untermauern. Illustriert ist das Buch mit unzähligen schönen Fotos, u.a. von Laurie Campbell, der 2017 einen Ottervortrag in Lünen hielt. Ich lese, staune und lerne. So zum Beispiel, dass junge Otter einen starken Auftrieb im Wasser haben und sie daher scheinbar deutlich höher liegen als Alttiere. Ich lese aber auch „Fischotter leben überaus heimlich und
sind … tagsüber unsichtbar
.“ (S. 96). Egal, je mehr ich über diese Tiere erfahre, desto begeisterter bin ich. Das Ziel heißt weiterhin, Otter zu beobachten und möglicherweise zu fotografieren.

Ausgerüstet mit neuem Wissen und den Erfahrungen der vergangenen Jahre, beginne ich erstmals, meine Taktik zu ändern und konzentriere mich auf einige wenige Gebiete. Im oben beschriebenen Buch fand ich folgende Sätze „Tiere bewegen sich nicht zufällig durch die Landschaft. In der Regel hat jedes ein bestimmtes Streifgebiet.“ (S.102). Ich kenne Otterreviere und weiß, wo die Tiere gelegentlich umherstreifen. Mathematisch gesehen, müsste sich die Wahrscheinlichkeit einer Otterbegegnung erhöhen, wenn ich nicht ziellos umherirre, sondern immer brav denselben Ort aufsuche. Irgendwann kommt er – vielleicht.
Und die Taktik ging auf! In einem Gebiet unweit unseres Dorfes klappte es schließlich. Durch die räumliche Nähe bot sich mir die Möglichkeit, dort überdurchschnittlich oft in den Morgenstunden unterwegs zu sein. Mein Fokus lag anfangs nicht unbedingt auf den Ottern, aber ich wusste, dass sie im Revier sind und mathematisch gesehen …
Im Frühjahr hatten sich auf einer Wasserfläche zwei kleine Lachmöwenkolonien gebildet. Eines Morgens im Mai herrschte in einer der Kolonien große Aufregung. Ein Reiher schien zu testen, wie tolerant sich die Lachmöwen ihm gegenüber verhielten, wohl auch im Hinblick auf die zu erwartenden Möwenküken, die er nicht verschmäht. Da Toleranz zumeist ein den Möwen wesensfremder Zug ist, war das Spektakel entsprechend groß. Als einige Tage später die Möwen wieder in heller Aufruhr waren, war es kein Graureiher, der sich der Kolonie näherte, sondern ein Otterrüde. Er schwamm auf die Nester zu, wurde aber unter viel Getöse, Krawall und der bekannten Null-Toleranz-Mentalität erfolgreich von den Möwen vertrieben und suchte sein Heil in der Flucht.
An derselben Stelle Anfang August traute ich meinen Augen nicht, als ich kurz nach Sonnenaufgang eine Fähe mit ihren zwei fast ausgewachsenen Jungen fotografieren konnte und nur Minuten später ein kapitaler Rüde
angeschwommen kam. Vier Otter innerhalb von 20 Minuten – unfassbar.
Von Anfang August bis Ende September konnte man nun fast täglich Otter beobachten. Insgesamt hielten sich in einem Revier mit einer Wasserfläche von ca. sechs Hektar bis zu sechs verschiedene Otter auf. Neben den oben beschriebenen Tieren noch eine weitere Fähe mit ihrem Jungtier. Dieses hatte, wie in Der Fischotter
beschrieben, solch einen Auftrieb, dass es manchmal an einen Korken im Wasser erinnerte.
Ab Ende September wurden die Beobachtungen dann deutlich weniger und erreichten quasi Normalzustand“, und jetzt im November sieht man mit viel Glück einen Otter, welcher dezent in der
Dämmerung, eingehüllt von grauem Nebel, wie ein Schatten durchs Wasser gleitet.
Das Fazit der Geschichte: Je mehr man über sein Fotomotiv weiß, desto mehr erhöht sich die Chance, es vor die Linse zu bekommen. Dies ist sicherlich richtig. Ich glaube aber, es war einfach nur verdammtes Glück, und ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

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Novemberkraniche

Wir haben den 21. November und ein großer Teil der Kraniche befindet sich immer noch in Mecklenburg/Vorpommern. Was für ein Jahr. Sind es die anhaltenden Westwinde, die Temperaturen? Oder haben sich die Grauen nun entgültig fürs hierbleiben entschieden, wer weiß? Fakt ist, dass sie hier sind und eigentlich schon weg sein müssten.

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#Lünen2020

In diesem Jahr fand das traditionelle Festival der GDT in Lünen aus den allseits bekannten Gründen nicht statt. Kein Treffen, keine Gespräche, keine Vorträge, kein Ausstauben der Gedanken, keine Horizonterweiterung und keine Bücherschau.

Und doch gab es einen Auftrag: „Geht raus, alleine, mit Freund*innen oder in der Regionalgruppe und macht Bilder „vor Eurer Haustür“ und in Eurer Region und nutzt dieses Wochenende zum Fotografieren. Ob Vögel, Säugetiere, Herbstfarben oder Landschaften – lasst Euch von den Farben, der Sonne oder dem Regen inspirieren und zaubert mit Eurer Kamera wunderbare Bilder.

Hier ist mein Betrag zu #Lünen2020!