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Im Bruch / 2 Stunden Ruhe

Manchmal reicht es den Adlern beim Fliegen zuzusehen und sich von der Sonne bescheinen zu lassen. Ich glaube dem Reiher ging es ebenso.

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ich war nicht bereit

Was soll ich sagen? Mein Ziel war es auf dem verschneiten Bahndamm im Bruch etwas Felliges zu fotografieren. Aber ich war nicht bereit. Den Fuchs zu spät gesehen, demzufolge zu spät ausgelöst und dann noch zwei Fotografen am anderen Ende des Weges mit auf dem Bild. Manchmal ist die Welt nicht gerecht, aber im nächsten Jahr…

Dafür noch 3 analoge Aufnahmen von diesem Ausflug. Macht immer wieder Spaß!

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6ha / Ein Morgen bei den Kranichen

Zuerst ertönt nur das Trompeten der Kraniche aus dem Nebel und die ersten Vögel ziehen aus dem Dunst kommend an mir vorbei. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung wird der Nebel lichter und die Vögel kommen zum Vorschein. Ein herrlicher Morgen!

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Bei den Kormoranen / Anklamer Stadtbruch

Vor einigen Jahren noch gab es im Anklamer Stadtbruch eine riesige Kormorankolonie. Doch mit der Zeit stürzten die alten ertrunkenen Baumgerippe um und somit verschwanden allmählich die Nestbaüme. Heute ist von der ehemaligen Kolonie fast nichts mehr zu sehen, die Kormorane jedoch besuchen weiterhin den Bruch.

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6ha / Es geht wieder los!

Wir haben Mitte Juli und die ersten Nichtbrüter und Junggesellenkraniche finden sich am Schlafplatz ein. Mit einer Portion Nebel kommt fast schon richtige Herbststimmung auf. Ich würde mal sagen, die Kranichsaison ist eröffnet!

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6ha / Jungvögel und ein seltener Gast

Langweilig wird es nie. Während die jungen Graugänse schon mit ihren Eltern fliegen, schlüpften im Juni u.a. Enten, Zwergtaucher, Lachmöwen, Kiebitze, Trauerseeschwalben, Haubentaucher, Höckerschwäne und Blesshühner. Was für ein Gewimmel. Für 4 Tage gab sogar ein Purpurreiher ein Stelldichein. Laut Aufzeichnung wurde 1953 der Letzte in dieser Gegend dokumentiert. War eine echte Überraschung!

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Briefe aus der Provinz, Willkommen im Hinterland / 02/2019

Seit 2018 schreibe ich für das Magazin Forum Naturfotografie der Gesellschaft für Naturfotografie, kurz GDT eine Kolumne mit dem Titel Briefe aus der Provinz. Versetzt mit einer Zeitspanne von 1 Jahr veröffentliche ich hier nacheinander die „alten“ Briefe. Meist geht es um Bücher, aber eben nicht immer. Falls Euch ein beschriebenes Buch interessiert und Ihr es erwerben wollt, bestellt es bei Eurem lokalen Buchhändler. Dieser liefert es Euch sicherlich, genauso schnell und zumeist versandkostenfrei wie die „Riesen“.

Willkommen im Hinterland!

Was ist Provinz? Laut Duden eine Gegend, in der (mit großstädtischem Maßstab gemessen) in kultureller, gesellschaftlicher Hinsicht im Allgemeinen wenig geboten wird oder anders ausgedrückt – Hinterland. Als dieses kann man wohl ohne gesteinigt zu werden den Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns bezeichnen. Als ich vor Jahren einmal mit einem Fotokollegen aus den westlichen Bundesländern im Anklamer Stadtbruch unterwegs war, fiel es ihm schwer zu sagen, ob er faszinierter von der Natur war oder von der dort herrschenden Menschenleere. Niemand, der fragt, was es zu sehen gibt, was man fotografiert, was man für eine Blendeneinstellung benutzt, oder der einen darauf hinweist, dass man die Sonnenblende nicht aufgesetzt hat. So weit, so traumhaft! Der Bruch war mehr oder weniger ein Geheimtipp, den man sich nur mit ein paar Ornis teilte, und diese Damen und Herren wissen meist, was sie tun. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass dieses Gebiet in dem schon 2009 im Kosmos-Verlag erschienenen Buch Vögel beobachten in Ostdeutschland von Wagner & Moning detailliert beschrieben wurde, inklusive Wegeplan und Artenliste. Auch ein ausführlicher Bericht 2015 im Fotoforum, ein Kapitel im Buch Abenteuer Naturfotografie und eine Fotoausstellung der GDT-Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern im Bugewitzer NaturKulturHaus im Frühjahr 2018 lösten keinen Besucherandrang aus. So blieb die Gegend eher etwas für Liebhaber und Insider. Selbst die 12 Seeadler-Brutpaare auf dem insgesamt 15 Hektar großen Areal veranlassten nur relativ wenige Menschen zu einer Reise in den äußersten Osten unseres Landes.
Doch dann kam der Sommer 2018 und alles sollte anders werden. Durch die anhaltende Trockenheit fiel das Wasser im Rosenhagener Polder zusehends. Während im Juni die Wasserfläche noch geschlossen war, veränderte sich ab Juli die Lage. Das Wasser ging zurück, kleine Inseln traten hervor, und nach und nach wurde der Anteil der Land- bzw. Schlammbereiche im Polder größer. In den Restpfützen sammelten sich die Fische und boten eine leichte Beute für alle Fischliebhaber. Die Berichterstattung in den Medien beginnt am 10.07. mit einer Meldung bei Facebook, dass am Rosenhagener Polder 40 Seeadler zu sehen seien. Im Nachhinein betrachtet eigentlich noch keine große Sache bei 12 Brutpaaren, also 24 Alttieren und deren Nachwuchs. Am 16.07. erscheint dann ein Filmchen auf Facebook, welches zwei Adler an einem vormals von Wasser überfluten Bereich sitzend und rufend zeigt. Da es meinerseits auf einen Besuch mehr oder weniger im Bruch nicht mehr ankommt, fahre ich mit einem Freund für drei Tage dorthin. Der Wasserstand fällt weiter, und die Adler stellen sich zum großen Fressen ein. Wir zählen 51 Adler von einer Stelle aus. Wir sind euphorisiert und fassungslos. Bei Sonnenaufgang beobachten wir dann neun Adler direkt vor uns, welche sich in keinster Weise von uns beeindrucken lassen. Wir fotografieren wie die Wilden und können unser Glück kaum fassen. Und weiterhin Ruhe bis auf das Rufen der Vögel, keine Menschenseele … Die Sonne brennt unbarmherzig weiter, von Regenwolken keine Spur. Das Wasser wird weniger, die Anzahl der Adler steigt proportional. Was nun folgt, kommt Schlag auf Schlag. Weitere fast tägliche Facebook-Einträge bewerben förmlich die Szenerie. Am 07.08. zeigt der NDR im Nordmagazin einen Beitrag über die Adler und berichtet nun schon von 60 Adlern. Am 07.08. erscheint ein Video des Adlerfestes auf YouTube und einen Tag später wartet der Nordkurier (Tageszeitung) mit der Schlagzeile Rund 100 Seeadler tummeln sich vor Usedom auf. Und ab da gibt es kein Halten mehr. Ich bin am 09.08. wieder vor Ort. Aus dem beschaulichen Plätzchen ist ein Besuchermagnet geworden. Menschen zu Fuß, mit dem Fahrrad, Einzelpersonen und Familien, Autos am Wegesrand. Der knapp 300 Meter entfernte Parkplatz zum Teil unbenutzt. Die Leute steigen auf ihre Autos und Wohnmobile, um über die Schilfkante zu sehen. Jubel, Trubel, Heiterkeit – fehlt eigentlich nur noch der Bratwurststand und der Bierwagen. Die Adler nehmen es scheinbar gelassen, das große Fressen geht weiter. Nur die Einheimischen werden zunehmend gereizter. Am 10.08. wird erstmals ein Aufruf veröffentlicht, der alle Fotografen und Adlergucker auf ein paar Verhaltensregeln hinweist. So wird angemahnt, es sollte aber für alle Naturfreundinnen und im besonderen Fotografinnen gelten, sich so unauffällig wie möglich im Gebiet zu bewegen. Zum Glück befinden wir uns in einem Moorgebiet, nicht auszudenken, was passieren würde, wenn das Gelände betretbar wäre! So sind Beobachtungen nur von der Straße aus möglich, was das Gebiet und die Tiere wahrscheinlich deutlich besser schützt, als jeder Aufruf und jede Verhaltensregel. Die Hitze geht weiter, der Wasserstand fällt, die Zahl der Adler und Besucher steigt. Am 17.08. werden 200 Adler gezählt. Sie sitzen in den Bäumen wie Stare, am Schilfgürtel aufgereiht oder einfach im Schlamm – unglaublich. Am 16.08. berichtet wetter.com über die Ansammlung der Adler, am 27.08. erscheint auf YouTube ein weiterer Film, welcher das Naturschauspiel zeigt, und kurz darauf wird er auf der NABU-Seite verlinkt. Ende August wird der Fischbestand in den Ansammlungen von Restwasser, sofern diese überhaupt noch vorhanden sind, deutlich geringer und die Adler weniger. Im September liegt der Polder endgültig trocken, und die Adler haben wieder Normalpegel erreicht. Der Besucherstrom verringert sich, aber allein ist man nur noch selten. Der eine oder andere Pfiffikus denkt sich „Wenn die Adler nicht mehr zu mir kommen, gehe ich zu ihnen“. Bei einer solchen Aktion findet ein Naturfreund am 01.10. die Überreste eines menschlichen Skeletts an einer Stelle, die seit zehn Jahren nicht mehr betretbar war. Als ich dies lese, wünsche ich mir noch sehnlicher Regen, damit die Fläche wieder unpassierbar wird.
Mittlerweile hat der Stadtbruch seinen Status als Geheimtipp wohl gänzlich verloren. Der NABU startete einen Spendenaufruf, um das Gebiet zu erwerben, was 2019 auch gelang, und bringt in seinem Mitgliedermagazin Naturschutz Heute/ Winter 2019 einen diesbezüglichen Bericht. Die GDT veröffentlicht einen Spendenaufruf, der erste Workshop ist durchgeführt worden, Christoph Hauschilds Dokumentation Das Oderdelta, welche insbesondere tolle Aufnahmen von der „Adlerinvasion“ zeigt, lief auf arte, und ich sitze hier und schreibe einen Brief aus der Provinz. Ja, die Einsamkeit und (eingebildete) Exklusivität des Gebietes sind vielleicht ein wenig geringer geworden, aber was soll`s? Denke ich an den viel zitierten Satz Wir können nur schützen, was wir auch kennen von Heinz Sielmann, dann werden sich zukünftig wohl einige Leute mehr für den Erhalt und Schutz des Bruchs einsetzen, als noch vor einem Jahr. Und das ist doch auch nicht zu unterschätzen. Wenn alle Besucher dann noch ihren gesunden Menschenverstand benutzen, umso besser. Als ich aber am Silvestermorgen 2018, Minuten nach Sonnenaufgang, auf dem alten Bahndamm nach Kamp einem Jogger begegne, will ich einfach nur das Hinterland zurück.

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Fischotter / Ein Jahr ging ins Land…

Ein Jahr ging ins Land, seit ich das letzte Mal im August 2018 über mein Fischotterprojekt berichtet habe. Was ist seitdem geschehen?

2018 passierte fototechnisch in punkto Otter eigentlich nichts mehr. Ein zwei Sichtungen, die mir zeigen, dass die Tiere meinen Weg kreuzten, sonst nichts. Ich finde zum Jahresende in Jan Wagners Gedichtssammlung „Regentonnenvariationen“ die perfekte Beschreibung eines Otter, die mich ins neue Jahr trägt.

„… ist im wasser beweglicher als wasser, steigt als welle an irgendeinem ufer an land, …“  Jan Wagner, Otter, in Regentonnenvariationen

Neues Jahr, neues Glück! Wir haben im Januar ein paar Tage Schnee und ich mache mich auf die Jagd nach einem Bild vom Otter auf weißer Pracht. Die Zeit ist kurz bevor sich der Schnee in Matsch verwandelt, doch ich bin irgendwie immer am falschen Ort. Mehr als Spuren im Schnee bekomme ich nicht zu Gesicht. Im April dann ein Showdown im Anklamer Stadtbruch. Ich stehe auf dem Damm, ein Otter passiert diesen, sieht mich, wir beide bleiben wie versteinert stehen und ehe ich die Kamera auf ihn gerichtet hab, ist er auch schon wieder im Wasser.

Ich beginne erstmals meine Taktik zu ändern und konzentriere mich auf einige wenige Gebiete. In einem dieser Reviere geht ein Otter in eine Fotofalle. Im laufe des Jahres stelle ich fest, dass er sich in einem alten Biberbau eingenistet hat. Dieser Abschnitt eines langen, schmalen Sees riecht besonders jetzt im Sommer stark nach Fisch und ich finde immer wieder angenagte Fische und mit Fischschuppen versetzte Losung. Von den Ottern selbst bekam ich bis heute nur eine Perlenspur aus Luftblasen zu sehen.

Doch wie schreibt Robert Macfarlane in seinem bei Naturkunden erschienen Buch „Die verlorenen Wörter“

„Tauchend wandelt er Gestalt, schier

atemberaubend – doch siehst du nur ein

Schattenflackern, einen Strudelstrang

und niemals (beinahe niemals) wirklich Otter.“

In einem anderen Revier haben sich im Frühjahr zwei Lachmöwenkolonienen gebildet. Da es nicht weit von meinem zuhause liegt, bin ich dort überdurchschnittlich oft in den Morgenstunden unterwegs. Der Fokus liegt nicht unbedingt auf dem Otter, aber es gibt sie dort gelegendlich zu sehen. An einem Morgen im Mai ist in der einen Kolonie große Aufregung. Ein Reiher scheint zu testen, wie tolerant sich die Lachmöwen ihm gegenüber verhalten, wohl auch im Hinblick auf die zu erwartenden Jungmöwen, die er nicht verschmäht. Im morgendlichen Nebel bietet sich mir ein tolles Schauspiel. Als einige Tage später die Möwen wieder in heller Aufruhr sind, ist es kein Graureiher, der sich der Kolonie nährt, sondern ein Otter. Er schwimmt auf die Nester zu, wird aber unter viel Getöse und Krawall erfolgreich von den Möwen vertrieben und sucht das Weite.

Die letzte Sichtung ist dann im April vom Aussichtsturm im Anklamer Stadtbruch aus. Es ist fast wie vor einem Jahr und kurz denke ich, in einer Zeitschleife gefangen zu sein. Das Wasser ist wieder gefallen, ein Wildschwein schwimmt durch den Polder, der Waschbär schaut vorbei und ein Otter fängt unterhalb des Turmes sein Fischfrühstück.

Der Rest vom Projekt befindet sich HIER.

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Von Fischen und Fischern

Im Spreewald gibt es nicht nur Spreewaldgurken, sondern auch viele Fischteiche. Das Ablassen und anschliessende Abfischen dieser Teiche lockt zahlreiche Fischjäger an, die versuchen die Gunst der Stunde zu nutzen. Zwischen den Fronten von geflügelten Fischern und Fischen konnten wir das Treiben beobachten.

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Novembermorgen

Bevor der November in seiner ganzen düsteren, nassen und lichtlosen Pracht zuschlägt, präsentiert er sich noch einmal von seiner netten Seite. Dort wo sich vor wenigen Wochen noch zehntausende Kraniche versammelten, sind nun die ersten Singschwäne aus dem Norden eingetroffen. Ein sicheres Zeichen, dass der Winter so langsam in unsere Gefilde einzieht. Während die Rufe der Kraniche den Herbst so lange wie möglich im Land zu hielten schienen, trompeten nun die Singschwäne die kalte Jahreszeit herbei.

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Sonne und Nebel

In den letzten Wochen sank der Wasserstand in den gefluteten Poldern im Anklamer Stadtbruch dramatisch. Dies hatte zur Folge, dass sich im Bruch Graureiher, Silberreiher und Seeadler in großer Zahl ansammelten, um in den verbleibenden Wasserlöchern zu fischen. Dieser Umstand allein ist eigentlich schon bemerkenswert und ließ mich diesen Sommer öfter als sonst in den Bruch fahren. Wenn es dazu am Morgen noch Nebel gibt, befindet man sich quasi im fotografischen Schlaraffenland. Für ca. 30min war ich berauscht von den Farbspielen der aufgehenden Sonne im Nebel. Adler, Schwäne und Reiher verhielten sich äußerst kooperativ, so dass auch diese Tour alles andere als vergeblich war.

Mehr vom Anklamer Stadtbruch hier!